Project Looking Glass – Kalter Krieg CRT-Psych-Horror | IndieBunny
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Tritt durch einen CRT-Albtraum: Project Looking Glass lässt ein Experiment von 1963 in deinen Kopf sickern
Ein Signal, das nicht verstummen will, kathodenleuchtende Traumlandschaften und eine trauernde Frau, die dorthin blicken muss, wo Menschen nicht hinsollen. Project Looking Glass ist psychologischer Kalter-Krieg-Horror über alte Monitore und rohe Emotionen.
Project Looking Glass: Ein Kalter-Krieg-Signal, das nicht aufhört
Ein geheimes Programm. Ein Signal, das nicht aufhört zu senden. Project Looking Glass spinnt seinen Horror um eine nachgerüstete wissenschaftliche Kuriosität: eine hemisphärische Synchronisationsapparatur, die Bewusstsein in eine astrale Ebene projiziert und die Ergebnisse auf Kathodenmonitoren darstellt. Du spielst Subject 7, eine trauernde Frau, rekrutiert, weil sie weiter greifen kann als alle vor ihr.
Das Spiel gibt sich als psychologischer Thriller, dessen Spannung weniger aus Jump-Scares entsteht als aus der beklemmenden Schnittstelle von Erinnerung, Trauer und verbotenem Zugriff. Die Umgebungen sind im gewöhnlichen Sinn nicht "real". Sie sind Projektionen — von Orten, Gefühlen, Dingen, auf die die Menschheit besser nicht zugegriffen hätte. Die Navigation fühlt sich an wie ein Spaziergang durch eine Sammlung von Halluzinationen, dargestellt im warmen, knisternden Glühen alter CRTs.
Das Experiment und deine Rolle
Als Subject 7 betrittst du Feed-Aufnahmen und astrale Projektionen, die das Looking Glass erzeugt. Die Erzählung entfaltet sich über wiederhergestellte Audiologs, Memos und Bruchstücke, die in diesen Projektionen zurückgeblieben sind. Deine Aufgabe ist Erkundung und Interpretation. Setze zusammen, was mit dem Programm und mit dir geschehen ist, während du durch wechselnde, manchmal friedliche, manchmal tief beunruhigende Traumlandschaften wanderst.
Project Looking Glass hält das Erzählen greifbar. Umgebungsdetails, mit Rauschen durchsetzte Aufnahmen und Memos dienen als Brotkrumen. Anstatt dir eine übersichtliche Aufgabenliste vorzusetzen, fordert das Spiel dich auf, zwischen den Zeilen von Glitch und Kathodenrauschen zu lesen. Das Ergebnis ist ein investigativer Rhythmus, der sorgfältiges Zuhören und geduldige Beobachtung belohnt.
Grafik, Sound und die CRT-Ästhetik
Das Spiel setzt stark auf einen markanten Low‑Fi-Look. Erwarte CRT‑Effekte, VHS‑artige Störungen und festgebrannte Texturen, die jede Projektion wie einen Feed aus einem analogen Apparat erscheinen lassen. Diese visuelle Behandlung ist mehr als Dekor: Sie setzt dich in das Gerät selbst, in dem Dämpfung, Bloom und Störungen Teil der Sprache der Welt sind.
Audio ist ein zentraler Pfeiler. Project Looking Glass bietet einen Original-Soundtrack und voll eingesprochene Dialoge, mit lokalisierten Untertiteln in 11 Sprachen. Das Sounddesign wechselt zwischen subtiler, unheimlicher Atmos und Momenten erschreckender Klarheit, wenn Logs und Sprachaufnahmen das Rauschen durchschneiden. Bild und Ton zusammen schaffen eine unheimliche Stimmung, in der Vertrautes sich in Unverständliches verzieht.
Hinter den Entwicklern: Die Vision eines Solo-Schöpfers
Dies ist das dritte Solo‑Spiel des Entwicklers. Als Musiker und visueller Künstler gibt er an, sein ganzes Herzblut in etwas gesteckt zu haben, das er selbst gerne spielen würde. Die Einflüsse sind deutlich: P.T., The Stanley Parable, LSD Dream Simulator, Dreamcore, Subliminal, Petscop und My House.wad. Diese Referenzen deuten auf eine Mischung aus experimenteller Struktur, narrativer Mehrdeutigkeit und verstörender Traumlogik.
Project Looking Glass richtet sich an Spieler, die Geheimnisse mit künstlerischem Anspruch mögen — Leute, die vor einem mit Rauschen gefüllten Bildschirm sitzen und versuchen, Bedeutung in Interferenzen zu legen. Es verspricht keine einfachen Antworten. Stattdessen lädt es ein, durch ein Looking Glass zu treten und zu sehen, was nicht aufhört zu senden.
DemonSlime is the pen name of Kaan Hamarat, an indie game enthusiast who enjoys discovering creative projects from small studios. Kaan Hamarat covers new releases, developer updates, and the ideas behind memorable indie games.